30. August – 6. September
In der ersten Septemberwoche erwarte ich Besuch. Zuerst kommen Michaela und Matthias aus Neumarkt, dann erwarte ich Jürgen aus Salzburg. Abschließend werde ich noch die Admiralität Saskia und Peter treffen, die wieder für einige Tage nach Portorož zu ihrer MGMT kommen.
In den letzten Tagen habe ich unseren Camper (genannt Karle) verkauft. Wir hatten ihn vor über 3 Jahren spontan angeschafft und eigentlich kaum genutzt. Die Zeit auf Betty ziehen wir stets vor, so haben wir uns zum Schritt der Trennung von Karle entschieden. Kaum war er dann weg, kam trotzdem Trauer auf. Um mich davon abzulenken fuhr ich mit dem Motorrad nach Portoroz und wollte ein paar Tage auf Betty alleine sein, bevor ich dann Besuch erwarte.


Dort angekommen, traf ich nach einer ersten Ausfahrt mit Betty zuerst meinen Bruder Toni und Waltraud. Sie sind mit dem Fahrrad aus Ljubljana hierher unterwegs und wir treffen uns zum Fine Dining in Piran bei Stara Gostilna.


Am Mittwoch erwarte ich meine ersten Gäste, Michaela und Matthias aus Neumarkt. Bis dahin wollte ich die Tage für ein paar kleinere Wartungsarbeiten am Boot nutzen.
Zuerst sollte die Leselampe am Kartentisch getauscht werden. Jedoch hatte ich die Falsche bestellt. Statt ein Modell für die Wandmontage habe ich Tischmontage gewählt. Bei dieser Variante kommt der biegsame Schwanenhals der Lampe aus der falschen Position aus dem Metallgehäuse. Aber einem Ingenieur ist bekanntlich nichts zu schwör. Ich griff zu Schraubenzieher, Zange, Messer und Lötkolben und wollte die neue Lampe in das Gehäuse der alten Lampe einbauen. Zittrig fummle ich mit dem Lötkolben an den filigranen Halbleiterelementen herum und etwas später war die neue alte Lampe auch schon fertig. Dumm war nur, dass sie nicht funktionierte. Bei der Fehlersucht verlässt mich die Geduld und ich werfe alles in den Müll. Eine neue Lampe ist auch schon bestellt und wird in den nächsten Tagen hier eintreffen.
Ein neuer Tag bringt neues Glück. Auf der Suche nach einem Erfolgserlebnis will ich die Winschen zerlegen, reinigen und neu fetten. Nachdem die erste Winsch etwas quietscht, wird es Zeit für neues Fett. Von Erzählungen wußte ich, dass es keine triviale Arbeit ist und dass man beim Zerlegen auf die vielen kleinen Einzelteile achten muss. Das Wasser ist. nicht weit und etwas könnte schnell mal daneben fallen. Vorsichtig mache ich mich an die Arbeit und tatsächlich werde ich meinem Anspruch gerecht. Das hat geklappt.


Mit diesem Erfolgserlebnis bin ich bereit für den ersten Besuch.
Mittwoch, 2. September
Ziemlich spontan besuchen mich Michaela und Matthias. Sie bringen nicht nur heißes Wetter mit, sondern auch herrlichen Segelwind. Den Sun-Downer zu Abend genießen wir abwechselnd einmal im Hafen und in Padna bei Gold Istria.






Freitag, 4. September
Mein nächster Besuch, Jürgen aus Salzburg trifft ein. Nachdem sein letzter Besuch eher verregnet war, gibt es diesmal ein Wetterfenster für einen Besuch in Grado. Die Windverhältnisse könnten aber besser sein. Die Hinfahrt ist nur mit Unterstützung von Volvo-Penta möglich und bei der Rückfahrt gab es Wind ab halber Strecke. Zusätzliche Beschleunigung ist mit Gennaker möglich und der Segeltag lässt sich schließlich noch mit einem herrlichen Badegang in der Bucht vor den Salzfeldern abrunden.




Sonntag, 6. September
Zwischenzeitlich ist mit den Admirälen Treiber aus Tutzing auch die neue Leselampe für den Kartentisch angekommen. Diese ist im Nu angeschlossen. Aber es gibt noch immer kein Licht. Was ist also los. Am Kabel kommen 13 Volt Spannung an, es sollte also eigentlich funktionieren. Vielleicht gibt es im Stromkreis einen anderen Verbraucher und die Leistung reicht für die Lampe nicht aus. Ich gehe auf die Suche und zerlege wieder das Panel mit allen Anschlüssen. Tatsächlich werde ich nach einiger Zeit fündig. Der Kabelschuh für den Anschluss an der Bordspannung ist korrodiert. Das Problem ist schnell behoben und es gebe Licht!
Zurückblickend wird klar, dass die Leselampe wohl nie kaputt war. Ich habe also zwei funktionierende Lampen in den Müll geworfen.


Bei der MGMT stellt sich heraus, dass durch einen Blitzschlag ein Überspannungsschaden entstanden ist. Mehrere Schiffe am Steg B sind betroffen. Treibers sind also manövrierunfähig und besuchen mich auf Betty zum Segelabenteuer.


Nach vielen heißen Tagen zieht eine für Natur und Mensch wohltuend abkühlende Regen- und Gewitterfront auf. Stundenweise regnet es sogar so sehr, dass man nicht daran denken kann, das Boot zu verlassen.




Schon häufig kam ich beim Spaziergehen an den Salzfeldern am Restaurant Gostišče Ribič doo Portrorož vorbei. Immer wollte ich dort mal einkehren und endlich war es heute beim Spaziergang im Regen soweit. Die Küche ist sehr empfehlenswert und das Verhältnis von Preis zu Leistung passt absolut.
Nach genau zwei Wochen wollte ich zuerst am Freitag wieder zurück nach Tutzing fahren. Es soll jedoch noch regnen und das ist mit dem Moped über die Pässe kein zu großer Spaß für mich. Also will ich die angekündigten Sonnentage am Wochenende hier noch mitnehmen und am Montag die Rückfahrt antreten. Außerdem kann ich die Admiralität hier doch nicht einfach alleine lassen, das geht doch nicht.
Dort wird wohl heute noch ein weiteres Steuergerät für den Motor getauscht. Dann sollte der Blitzschaden hoffentlich komplett behoben sein. Dann gibt es am Wochenende noch ein kleines Gastspiel mit MGMT.
Zum Abschluss und Abschied wird auf Betty nochmal herzhaftes Dinner produziert. Es gibt Penne All’Arrabbiata.


In wenigen Wochen bin ich wieder zurück. Dann geht es auf zur diesjährigen Baracolana. Danach geht die Segelsaison zu Ende.
